Spülen
Cannabis richtig spülen – einfach erklärt
Spülen ist kein Hexenwerk, sondern ein Werkzeug. Richtig eingesetzt hilft es, Nährstofffehler zu korrigieren und kann – vor allem vor der Ernte – Geschmack, Geruch und Rauch verbessern. Falsch oder unnötig angewendet bringt es dagegen wenig oder schadet sogar.
Kurz gesagt: Spülen heißt, überschüssige Düngerreste aus dem Wurzelbereich zu entfernen, damit die Pflanze sauber zu Ende reifen kann.
Warum überhaupt spülen?
Beim Spülen wird das Substrat mit Wasser durchgespült, um alte Salze und Düngerreste loszuwerden. Das kann:
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den Geschmack klarer machen
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den Rauch milder wirken lassen
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Überdüngung und pH-Probleme beheben
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den Stoffwechsel der Pflanze stabilisieren
Viele Grower spülen gezielt, um ihre Ernte „aufzuräumen“ – besonders bei mineralischer Düngung.
Wann macht Spülen Sinn?
Nicht immer. Aber in diesen Fällen kann es helfen:
Beim Phasenwechsel (optional)
Ein leichtes Spülen beim Wechsel von Wachstum zu Blüte kann alte Nährstoffe entfernen und den Umstieg auf Blütedünger sauber machen. Pflicht ist das nicht, aber sinnvoll bei empfindlichen Sorten.
Bei Überdüngung oder Nährstoffsperre
Mehr Dünger = mehr Ertrag? Falsch. Zu viel blockiert die Aufnahme. Typische Zeichen sind schlappe Pflanzen, verbrannte Spitzen oder Mängel trotz Düngung. Spülen ist hier oft die schnellste Lösung.
Vor der Ernte (Final Flush)
1–2 Wochen vor der Ernte stoppen viele die Düngung. Die Pflanze verbraucht dann ihre Reserven. Das Ergebnis kann besserer Geschmack und angenehmerer Rauch sein – garantiert ist es nicht. Wer moderat oder bio düngt, merkt oft kaum einen Unterschied.
So spülst du richtig
Erde & Kokos
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Spüle mit pH-neutralem Wasser
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10–20 % sollten unten aus dem Topf ablaufen
Faustregel:
Topfvolumen ÷ 2 = Wassermenge
Beispiel:
25 L Topf → ca. 12,5 L Wasser
Zeitpunkt letzte Spülung:
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Erde: 7–10 Tage vor Ernte
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Kokos: ca. 7 Tage vor Ernte
Hydro
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Langsam: Tank über 7–14 Tage verdünnen (Ziel: 200–400 ppm)
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Schnell: 3–7 Tage mit Spüllösung, meist vor der Ernte
Wann du nicht spülen solltest
Bei Living Soil oder rein biologischem Anbau.
Hier lebt die Nährstoffversorgung vom Bodenleben. Starkes Spülen wäscht Mikroorganismen aus und bringt mehr Schaden als Nutzen.
Spülen ist kein Pflichtprogramm und kein Wundermittel. Es ist ein Werkzeug.
Bei mineralischer Düngung und Problemen sehr sinnvoll, bei Bio oft überflüssig. Wer sein System versteht und nicht blind spült, fährt langfristig besser.